Das richtige Geschenk zu finden ist gar nicht immer so einfach, vor allem, wenn die zu beschenkende Person bereits vieles hat und / oder “wunschlos glücklich” ist. Mir ist schon von verschiedenen Menschen in meiner Umgebung gesagt worden, dass ich ein gutes Händchen für Geschenke habe. Ich weiss nicht, wie sehr das stimmt, aber hier grundsätzlich einige meiner Vorgehensweisen für Geschenke:
- Vertraut aber anders: Wenn jemand gern Tee trinkt, dann liegt zum Beispiel eine schöne oder witzige Tasse und ein Päckchen Tee nahe, nicht? Bedenke dabei aber zwei Dinge, nämlich dass Teetrinker*innen tendenziell schon einiges an Tassen haben und dass nicht jede*r gern jeden Tee trinkt. Was ich schon an Grüntee bekommen habe, obwohl ich hauptsächlich Kräuter- und Schwarztee trinke…besuch vielleicht stattdessen mit dieser Person einen Tea Room oder schenk ihr einen Gutschein eines Teeladens. Falls die Person auch losen Tee geniesst, darf es vielleicht mal ein lustiges Teesieb sein? Oder eventuell ein spezieller Kandiszucker? Mit dieser Methode greife ich die Vorlieben einer Person auf, aber ich versuche eher, entweder auf ein Erlebnis (geschenkte Zeit) oder quasi ein Zubehör / Extra dazu zu besorgen.
- Einmal anschubsen: Das mache ich gern, wenn mir jemand erzählt, was er*sie sich schon lange mal vorgenommen hat, wovon er*sie träumt oder ausprobieren möchte. Für eine Person zum Beispiel, die von einem bestimmten Reiseziel träumt, bietet sich ein Reiseführer durchaus an, aber eventuell auch ein schöner Kalender oder ein Kochbuch aus der Region. Natürlich nur, sofern die Person das nicht schon zu Hause hat. Alternativ und ein bisschen gewagter sind Geschenke zu einem Thema, von dem ich denke, es könnte eine Person interessieren, auch wenn sie es noch gar nicht kennt. Das kann durchaus den einen oder anderen verwirrten Blick einbringen, aber manchmal auch später irgendwann ein “Hey, das ist cool, hätte ich nicht gedacht”.
- Nostalgie pur: Diese Methode eignet sich besonders gut bei älteren Menschen, die in ihrem langen Leben viele Erinnerungen gesammelt haben. Vielleicht gibt es da ein Hobby oder ein Spiel, mit dem sie sich früher oft die Zeit vertrieben haben? Ein Buch, ein Film oder eine Serie aus früheren Jahren? Oder eventuell auch eine Collage mit alten Postkarten von all den Orten, an denen sie gelebt haben und / oder im Urlaub waren? Das Internet findet heutzutage fast alles, wenn man den Willen und die Zeit zum Suchen hat. Gerade weil ältere Menschen sich manchmal schwer tun mit der ganzen neumodischen Technik, kann es also eine schöne Überraschung für sie sein, wenn jemand anderes etwas für sie aufstöbern kann.
- Leckermäulchen: Die meisten Menschen haben mindestens eine Lieblingsspeise, einen bevorzugten Snack, ein übliches Getränk. So was als Geschenk ist selten verkehrt, allenfalls auch eine etwas ausgefallenere oder gehobenere Version davon. Oder vielleicht gibt es etwas, das eine Person mal im Urlaub gekostet hat, zu Hause aber nicht erhält. Auch hier tun das Internet und die Globalisierung das ihre dazu, ein Angebot an Lebensmitteln verschiedenster Länder und Kulturen greifbar nah werden zu lassen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Person zum Essen einzuladen, entweder zu sich nach Hause oder in ein Restaurant.
- Die Klassiker: Mit Geld und Gutscheinen kann man nicht viel verkehrt machen, aber sie sind für einige Leute etwas zu unpersönlich. Eine gute Flasche Wein oder Schnaps, Blumen und Pralinen sind ebenfalls oft keine schlechte Wahl, besonders dann, wenn man ein Geschenk für eine Person sucht, die man (noch) nicht gut kennt. In dem Fall tendiere ich dazu, mich im Rahmen der Möglichkeiten vorher so gut wie möglich über die zu beschenkende Person zu informieren, entweder durch gemeinsame Bekannte oder Social Media. Das ist jetzt aber keine Aufforderung oder Erlaubnis zum Stalking, ja?
- Die Kombi macht's: Was sich mittlerweile in meiner Familie etabliert hat sind selbstgemachte Geschenkkörbchen. Ein paar Leckereien, ein paar interessante Sachen, ein gut duftendes Duschgel mit Bodylotion, eine pflegende Handcreme – Sachen halt, die man grundsätzlich ge- und verbrauchen kann. Das lässt sich auch gut auf die Jahreszeiten anpassen, zum Beispiel mit Sonnencreme für Sommer-Geburtstage oder Kuschelsocken zu Weihnachten. Lustigerweise schenken wir die eigentlichen Körbchen und Papiertaschen selbst immer wieder hin und her, sie sind jahrelang im Umlauf, bis sie kaputt gehen.
- Für die Kreativen: Meine werten Schreibkollegen (hi guys!) und ich freuen uns immer über gute Ratgeber für Worldbuilding und Charakterentwicklung, das sorgt meist sofort für den regen Austausch von Ideen. Mehr als einmal haben wir auch schon mit Diensten wie Campfire und World Anvil geliebäugelt, die das Schreiben respektive die Sammlung der Informationen dazu einiges erleichtern. Es kann aber auch helfen, kleine Stimmungsmacher an Künstler*innen zu verschenken wie etwa gute Musik, Duftkerzen oder Galaxieprojektoren. Für Fantasy-Autor*innen vielleicht ein Schwert-Brieföffner, für Horror-Schreibende eine Cthulhu-Figur. Was auch immer eben dazu beiträgt, dass die kreative Person in Stimmung kommt, um kreativ tätig zu werden. Alternativ dazu geht natürlich auch Künstlerbedarf wie Zeichenblöcke, Farben oder Garn zum Beispiel. Dort ist es aber wichtig zu wissen, womit genau die kreative Person arbeitet respektive was genau sie ausprobieren möchte.
