Abrakadabra, Simsalabim

In vielen Märchen kommt mindestens eine Figur vor, die Zauberkräfte hat. Ob diese Kräfte für das Gute oder zu finsteren Zwecken eingesetzt wird kommt auf das Märchen an.

Die Ausschreibung für Geschichten von Hexen, Zauberern und Hexenmeistern vom Sperling-Verlag bringt viele Möglichkeiten mit sich, denn wie erwähnt ist Magie ein gängiges Element in vielen Märchen.

Tendenziell ist die Hexe respektive der Zauberer eher eine negative Figur, da in früheren Zeiten, bedingt durch Aberglaube und Religion, die Magie oft als Werk des Teufels angesehen wurde. Das mag auch erklären, weshalb oft Kinder ihre Opfer sind, denn junge Seelen sind unschuldiger als diejenigen, die schon ein gewisses Alter erreicht haben. Aber gut, über Märchen-Philosophie und die historischen Hintergründe lassen sich Bücher schreiben, darauf möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen.

Was für mich relevant ist ist mehr die Frage, ob ich der Tradition folge und die magiebegabte Figur als Antagonist*in einsetze oder nicht. Alternativ kann ich entweder ein Märchen suchen, wo eine Hexe oder ein Zauberer als Helfer*in auftritt, oder aber ich ändere die Perspektive und schreibe die Geschichte aus Sicht der magiebegabten Figur. Was fairerweise nicht heisst, dass sie nicht immer noch "böse" sein kann, aber nachdem in den letzten Jahren so oft die Geschichte von Bösewicht*innen erzählt wurde scheint mir das eine gangbare Alternative.

Zum Beispiel könnte ich die Hexe aus Hänsel und Gretel erzählen lassen, wie sie zu ihrem Lebkuchenhaus gekommen ist. Oder für die Hexe aus Jorinde und Joringel beschreiben, was genau sie eigentlich mit 7000 Nachtigallen vorhat. Möglichkeiten gibt es viele, daher sollte es mir nicht schwerfallen, ein passendes Märchen für diese Ausschreibung zu finden.