Die Antarktis, der weisse Kontinent am Südpol, ist der einzige Kontinent ohne permanente oder indigene Bevölkerung. Das bedeutet, ich kann mich in diesem Fall nicht auf lokale Kulturen stützen.
Wer allerdings in der Antarktis lebt sind die Bewohner der rund achzig Forschungsstationen, die in der Grösse von wenigen Containern bis zu regelrechten Städten reichen. Und diese Bewohner bringen natürlich ihre Kultur jeweils mit sich, was mir eine gewisse Flexibilität erlaubt.
Trotz oder vielleicht auch gerade wegen ihrer kargen Landschaft und isolierten Lage gibt es einige Mythen über die Antarktis, erzählt von Forschern, Seefahrern und Expeditionsmitgliedern.
Einer davon besagt, dass die Nazis eine riesige geheime Festung im Gebiet Neuschwabenland errichtet haben. Wenn man einigen Quellen glauben darf haben sie dort sogar UFOs, die sogenannten "Reichsflugscheiben".
Angeblich gibt es in den reichen Gewässern der Antarktis Kraken so gross wie ein Haus, wie sie auf den alten Seekarten zu finden sind. Ich will es nicht komplett ausschliessen, da die Ozeane noch immer relativ unerforscht sind und bisher immerhin Koloss-Kalmare mit einer Länge von etwa neun Metern in der Antarktis gesichtet und gefangen wurden.
Was es definitiv nicht gibt sind Eisbären, die leben wortwörtlich am anderen Ende der Welt. Aber die Wildnis hat dennoch ihre Räuber zu bieten, Seeleoparden sind auch nicht ohne. Bei den südlichen Seeelefanten erreichen Bullen eine Länge von knapp sechs Metern und ein Gewicht von locker 3,5 Tonnen, während der Paarungszeit ist mit diesen Giganten nicht zu spassen. Und auch Orcas, Pottwale und diverse Haie können durchaus eine Gefahr für Menschen darstellen.
In der Antarktis gibt es keinen Wald, in dem Rotkäppchen dem Wolf begegnen kann, dafür ist der Sommer zu kurz. Aber trügerische Eisfelder und Blizzards bieten meiner Meinung ein ebenso unheimliches Umfeld. Dazu die isolierte Lage und die enorme Leere? Die Finsternis der monatelangen Polarnacht und ihre Auswirkungen auf die menschliche Psyche? Das schreit ja fast nach Horror, was zugegebenermassen nicht gerade mein Lieblingsgenre ist, aber manchmal muss auch ich offen dafür sein, was die Geschichte hergibt.
