Ehre, wem Ehre gebühret

Zum Internationalen Frauentag stelle ich dir einige der Frauen vor, die für mich echte Inspirationen sind und mein Schreibhandwerk nachhaltig geprägt haben.

In meiner Kindheit habe ich die Bücher von Enid Blyton regelrecht verschlungen: "Hanni und Nanni", "Dolly", "Fünf Freunde", die "Abenteuer"-Reihe...alles langjährige Begleiter an Wochenenden, abends unter der Bettdecke, in den Ferien. Ich fand es wunderbar, was die Kinder in diesen Geschichten alles erlebt haben, von einfachen Schultagen bis zu gefährlichen Entführungen und brenzligen Situationen. Was ich immer geschätzt habe war der enge Zusammenhalt der Charaktere und ihre Bodenständigkeit.

Federica de Cesco schuf mit "Der rote Seidenschal" eine mitreissende Geschichte, die viele Leser*innen in ihren Bann zog. Meine Freude, als ich herausfand, dass sie noch weitaus mehr Bücher geschrieben hat, konnte sich kaum in Grenzen halten. Was ich an dieser Autorin bewundere ist die Vielfalt ihrer Geschichten. Sie schreibt Krimis, Romanzen, Western, Abenteuer, Dramen rund um den Globus, oft auch mit Blick auf aktuelle Probleme.

"Drachenreiter" von Cornelia Funke mein Herz erobert, als ich etwa zehn Jahre alt war. Die Geschichte von so ungleichen Gefährten, die auf der Suche nach Hoffnung gemeinsam natürlichen und übernatürlichen Gefahren trotzen, hat mich seither nicht losgelassen, das Buch und seine Fortsetzungen habe ich auch als Erwachsene mehrfach gelesen. Die geschickte Verwebung von Fabelwesen, Mythen und Legenden mit unserer Welt gelingt ihr in ihren Werken besonders gut.

Als ich etwa vierzehn war fiel mir in der Bibliothek ein Buch vor die Füsse, ohne Witz. Ich kannte es nicht, aber der Titel und der Klappentext klangen spannend, also lieh ich es aus. "Im Tal des Langen Sees", Buch zwei der "Dhana"-Reihe, war mein Einstieg in die Welt von Tortall, geschaffen von der phänomenalen Tamora Pierce. Rasch fand ich auch die übrigen Bücher der Reihe sowie die komplette vorherige Reihe und verliebte mich absolut in diese Welt und ihre Bewohner*innen. Seither habe ich auch die Welt von Emelan kennengelernt und erwarte sehnsüchtig jedes neue Buch. Es sind besonders die Heldinnen von Tamora Pierce, die mich heute noch bewegen. Sie sind mächtig, sie sind Kämpferinnen, sie sind Ritterinnen, sie sind Magierinnen - und sie sind Töchter, Mütter, Partnerinnen, Schwestern, Lehrerinnen. Einige von ihnen heben ihre Schwerter, andere heben Nadel und Faden, aber alle sind sie Frauen, gleichwertig und stark und vielseitig und authentisch.

So, wie es auch die Frauen im wirklichen Leben sind, weit mehr als ein Klischee oder ein Stereotyp.