Nachdem ich letzte Woche gleich drei Absagen für meine Kurzgeschichten kassiert habe, musste ich mir am Wochenende doch ernsthaft überlegen, wo es denn nun eigentlich klemmt und ob mein erzählerisches Talent vielleicht doch nicht so ausgeprägt ist, wie ich gedacht habe. Eine kreative Krise, wenn man so will, mit viel Hintersinnen und in sich gehen und Gedanken ans Aufgeben (nein, ich bin gar nicht dramatisch, wie kommst du darauf?).
Hilfreiche Feedbacks meiner lieben Testleser*innen sowie die Tatsache, dass ich immerhin schon zwei Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht habe, haben mich dann wieder zurück auf den Boden der Tatsachen geholt. Persönliches Fazit: Ich schreibe nicht schlecht, aber ich könnte es besser machen.
Drei Erkenntnisse respektive Verbesserungen für die Zukunft haben sich mir dabei erschlossen:
- Bei vielen Ausschreibungen denke ich: “Oh, das ist ein cooles Thema.” Und das ist es normalerweise auch, es gibt wunderbar vielseitige und innovative Themenvorgaben für Anthologien. Aber: Wenn mir beim Schreiben nichts Vernünftiges dazu einfällt, dann habe ich am Schluss eben eine Geschichte, die nur so halbwegs zum Thema passt und prompt deswegen eine Absage bekommt. Falls ich also nicht überzeugt bin von meiner Kurzgeschichte für eine Ausschreibung, dann ist es wohl besser, sie gar nicht erst einzureichen. Wenn mir die Geschichte total gut gefällt und trotzdem nicht weiterkommt, je nun, aber dann habe ich wenigstens mein Bestes getan und kann hinter der Geschichte stehen. Aus diesem Grund werde ich zukünftig auch nicht mehr im Blog vorab ankündigen, an welchen Ausschreibungen ich teilnehmen möchte, dann das baut nur unnötigen Erwartungsdruck auf. Du erfährst es hier, sobald ich eine Geschichte eingereicht habe.
- Ich lasse mir oft nicht genug Zeit, um eine Geschichte nach dem Schreiben noch ordentlich zu überarbeiten → Rechtschreibung und Grammatik, Handlungsfehler, Kontinuität, vergessene Details etc. Das will ich für kommende Ausschreibungen anders angehen, die Kurzgeschichte frühzeitig schreiben und wenn möglich auch das Feedback meiner geschätzten Testleser*innen einholen, ehe ich sie wirklich einreiche.
- Ebenfalls ein Timing-Problem ist die Sache mit der Inspiration. Bislang habe ich mich bemüht, meine Kurzgeschichten in der Reihenfolge der Deadlines zu schreiben. Auch dann, wenn ich eigentlich Lust und Ideen hätte, mich einer ganz anderen Geschichte zu widmen. Meiner eigener Starrsinn steht mir da im Weg, weshalb ich mich bemühen werde, in dieser Hinsicht flexibler zu werden.
