Du kennst das vielleicht, wenn dir beim Schreiben das richtige Wort fehlt, du aber genau weisst, was du eigentlich sagen möchtest. Oder wenn du in einem Absatz das gleiche Wort zum dritten Mal verwendest und du ein Synonym dazu brauchst. Dann hast du eventuell wie ich und viele andere auch schon zum Thesaurus gegriffen.
Aber was ist ein Thesaurus eigentlich genau? Nun ja, er funktioniert mehrheitlich wie ein Wörterbuch, nur dass er nicht spezifische Wörter auflistet, sondern Bedeutungen. Suche ich zum Beispiel im Thesaurus nach "Märchen", so finde ich dort oft auch die Begriffe "Geschichte", "Sage", "Fabel" und "Legende", die alle eine ähnliche (wenn auch nicht ganz identische) Bedeutung haben: "Auf mündlicher Überlieferung beruhende, kurze Erzählung, oft mit fantastischen und wunderbaren Begebenheiten". So zumindest werden diese Begriffe auf openthesaurus.de kategorisiert und zusammengefasst.
Der Name Thesaurus basiert übrigens auf dem griechischen "thesauros", was so viel wie Schatz oder Schatzkammer bedeutet. Soweit ich weiss wurde der Name gewählt, weil ein Thesaurus einen Wortschatz in sich trägt. Natürlich kann das ein allgemeiner Wortschatz sein, aber es gibt auch Thesauri für verschiedene Fachgebiete wie Medizin oder Wissenschaften.
Es gibt mittlerweile sogar einen Thesaurus für Gefühle, nämlich "The Emotion Thesaurus" von Angela Ackerman und Becca Puglisi, der sich mit den Empfindungen und körperlichen Anzeichen verschiedener Gefühle auseinandersetzt. Ein Nachschlagewerk, das ich allen Schreibenden empfehlen kann, denn ich habe selbst schon gern darin geblättert, wenn meine übliche Beschreibung eines Gefühls nicht ganz gepasst hat. Wenn zum Beispiel meine Figuren sich fürchten beschreibe ich das oft mit einer der folgenden Reaktionen: Sie weiten die Augen, sie werden bleich oder, wenn sie gerade Erzähler sind, ihnen stellen sich die Nackenhaare auf. Aber wenn die erzählende Figur jemand anders ist, der*die die erschrockene Figur nicht im Blickfeld hat, dann brauche ich eine andere Beschreibung für diese Angst. Vielleicht fängt die ängstliche Figur an zu flüstern oder zu stottern, beginnt zu zittern oder klammert sich an die andere Figur.
Ein weiteres praktisches Hilfsmittel ist ein Stil-Wörterbuch, das sich mit Wortverbindungen und Redewendungen befasst. Ein Charakter kann sowohl die Augen als auch den Blick auf etwas richten. Er*sie kann auch einen Blick auf ein Dokument werfen, aber nicht ein Auge. Normalerweise zumindest, es klingt einfach falsch, ausser es geht Richtung Fantasy, Sci-Fi oder Horror. Für solche lustigen Momente empfiehlt sich dann eben der rasche Griff zum Stil-Wörterbuch, wenn man sichergehen will.
