Mein Beitrag für die Ausschreibung "Der neue magische Realismus 2023" von p.machinery baut auf einem bekannten und zugleich einfachen Märchen auf, nämlich dem vom Froschkönig. Da im magischen Realismus die für Leser*innen fantastischen Elemente als für die Figuren normale Elemente dargestellt werden wollte ich eine Grundlage nutzen, die zwar ein eben solches fantastisches Element hat, aber auch funktioniert, wenn ich das nicht weiter erkläre.
Wie schon erwähnt eignen sich viele Märchen, da auch dort sprechende Tiere und fantastische Wesen ohne jegliche Nachfrage akzeptiert werden. Daher konnte ich mich mehr darauf konzentrieren, wie ich die Geschichte in unsere heutige Zeit versetze und entsprechend anpasse.
Das Bild eines "hässlichen" aber hilfreichen Wesens, das von einer Prinzessin den Lohn für seine Hilfe einfordert, hat mich irgendwie angesprochen. Rasch hatte ich statt einem Frosch ein Wesen im Kopf, das mir seit meiner Kindheit vertraut ist – ein Gargoyle.
Da es an vielen europäischen Kirchen und anderen Gebäuden Wasserspeier gibt sind mir die gruseligen und dämonenhaften Fratzen wohl bekannt, das "hässliche" Aussehen war also praktisch schon gegeben. Aber Gargoyles, die als übernatürliche Wesen auf dem Aussehen von Wasserspeiern basieren, können je nach Geschichte und Kontext gut oder böse sein. Ich bin mit der Disney-Serie "Gargoyles – Auf den Schwingen der Gerechtigkeit" aufgewachsen, entsprechend kenne ich sie grundsätzlich als gut. Hilfreiche und beschützende Wesen, die wegen ihrer äusseren Gestalt gefürchtet und verabscheut werden, und so ideal sind für die Besetzung als "Frosch".
Dass in einer Welt, wo Gargoyles alltäglich sind, einer davon ein verzauberter Prinz ist, klang für mich plausibel und erlaubte mir ausserdem einige altertümliche Ausdrücke in den Dialogen.
Sobald ich von p.machinery mehr erfahre werde ich hier davon berichtet. Sollte meine Kurzgeschichte keinen Platz in dieser Anthologie finden werde ich sie überarbeiten und entweder anderswo einreichen oder sonst verwenden.
