Fantasie und Wirklichkeit

Eine weitere Ausschreibung lockt, diesmal zum Thema magischer Realismus, und schon spriessen die Ideen wie Schneeglöckchen. Einen Hauch von Magie könnten wir doch alle gut im Leben gebrauchen, oder?

Die Ausschreibung "Der neue magische Realismus 2023" von p.machinery klingt spannend und so ziemlich wie das, was ich ohnehin häufig zu schreiben versuche, nämlich moderne Märchen.

Aber was genau ist eigentlich magischer Realismus? Ist das einfach ein anderer Begriff für Urban Fantasy?

Nun, nicht ganz. Magischer Realismus legt den Schwerpunkt auf die Verschmelzung von Wirklichkeit und Magie, das heisst, magische oder übernatürliche Elemente werden als selbstverständlich hingenommen und nicht wirklich erklärt. Ausserdem wird im magischen Realismus gerne mit Metaphern und Symbolen, Träumen und Visionen gearbeitet. Das bringt auch gerne eine nicht-lineare Erzählweise mit sich, die Handlung folgt nicht immer der üblichen Logik.

Entstanden ist der magische Realismus als Kunstrichtung zu Beginn des 20. Jahrhunderts und wurde besonders in Lateinamerika populär. Seither sind zahlreiche Bücher, Bilder und Filme entstanden und haben Menschen auf der ganzen Welt begeistert: "Die Maismenschen" von Miguel Ángel Asturias, "Hundert Jahre Einsamkeit" von Gabriel García Márquez, "Bittersüsse Schokolade" von Laura Esquivel, "Das Geisterhaus" von Isabel Allende, "Pans Labyrinth" von Guillermo del Toro oder „Die fabelhafte Welt der Amélie“ von Jean-Pierre Jeunet, um nur einige zu nennen.

Da in vielen Märchen sprechende Tiere sowie diverse Zauberwesen ohne Erklärung oder Erstaunen einfach akzeptiert werden habe ich für ein Retelling eine gute Basis. Nun muss ich mir nur noch die richtige Grundlage aussuchen, um darauf die Geschichte für diese Ausschreibung zu erzählen. Auf jeden Fall klingt das Thema spannend und ich bin zuversichtlich, dass mir etwas Gutes dazu einfällt.