Wenn man etwas richtig gut machen möchte, dann muss man es immer wieder tun, daran führt nur höchst selten ein Weg vorbei. Theorie ist schön und gut, aber die Praxis ist es, aus der Routine und Sicherheit entstehen. Auch wenn jemand mit einem gewissen Talent geboren wurde, so ist das für wirkliches Können leider nicht viel mehr als Starthilfe. Wer sich einer Leidenschaft mit Leib und Seele widmet, wie man so schön sagt, muss auch bereit sein, viel Zeit und Schweiss darin zu investieren. Vor allem dann, wenn es darum geht, eine Entwicklung nach oben durchzumachen.
Ich habe das Glück, dass ich grundsätzlich ein relativ gutes Gespür fürs Texten habe. Das bedeutet aber nicht, dass mir jeder Text gleich locker aus den Fingerspitzen fliesst. Wenn ich mich mit einem Stil, einem Genre oder einem Fachgebiet bisher kaum oder gar nicht beschäftigt habe, dann muss ich mir die nötigen Gepflogenheiten und Kenntnisse erst mal aneignen. Und wie es so ist, wird tendenziell jeder nachfolgende Text dazu “besser” als die vorhergegangenen, weil ich seither mehr gelernt habe, sicherer geworden bin, das tiefere Verständnis gefunden habe.
Vermutlich ist das allen Künstler*innen bekannt, wenn sie ihre frühen Werke mal wieder genauer anschauen: “Was ist das denn?” “Warum ist das hier so komisch?” “Wieso hab ich das nicht anders gemacht?” Klingt vertraut? Willkommen im Club. Aber das ist eben auch wieder das Schöne an kreativen Arbeiten – mit der Zeit sieht man die Fortschritte, wenn man fleissig dran bleibt. Man erkennt im direkten Vergleich das persönliche Wachstum. Meiner Meinung nach hören wir nicht auf, uns in einer Sache weiterzuentwickeln, bis wir bewusst stillstehen oder uns davon abwenden. Also nicht aufgeben, ja?
