Hagazussa

Die Hexe ist eine gängige Märchenfigur: alt, mit Warzen auf der Nase und einer schwarzen Katze auf der Schulter.

Doch woher stammt der Begriff eigentlich? Ich möchte an dieser Stelle festhalten, dass ich keine Sprachforscherin bin und mich hier auf verschiedene Aussagen im Internet stütze.

Unser Wort Hexe basiert vermutlich auf dem althochdeutschen “hagazussa”, was eine Zusammensetzung zweier Wörter ist. 

Das althochdeutsche Wort “hag” respektive das mittelhochdeutsche “hac” bedeutet Zaun, Hecke, Einhegung (interessanterweise ist in vielen Schweizer Dialekten ein “Hag” heute noch ein Zaun, kleiner Fun Fact am Rande). Das könnte auch erklären, warum Hecke und Hexe so ähnliche Wörter sind. Gemäss einigen Forscher*innen könnte mit “hag” oder “hac” auch eine einzelne Zaunlatte gemeint sein. Sinnbildlich trennt ein Zaun das Zuhause von der Aussenwelt, je nachdem auch von der Wildnis, das Vertraute vom Fremden.

Der Ursprung des Wortes “zus(sa)” hingegen ist nicht ganz so klar zu bestimmen, könnte aber auf einem indoeuropäischen und damit sehr alten Wort für Geist oder Dämonin basieren. 

Zusammengesetzt wird so also eine Zaundämonin oder ein Heckengeist daraus. Ich habe auch schon den Begriff Zaunreiterin als Übersetzung von “hagazussa” gehört. 

Was aber heisst das jetzt? Nun, wer einen Zaun reitet, hat ein Bein auf jeder Seite und ist damit Grenzgänger*in. Mit je einem Fuss in der natürlichen und der übernatürlichen Welt sind Hexen also eine Art Mittler*innen, was erklärt, warum sie für ihre Mitmenschen sowohl Liebeszauber und Glücksbringer als auch Flüche fertigen können und dabei immer noch weitgehend unter ihnen leben.

Im Englischen ist “hag” übrigens auch ein Begriff für Hexe nebst dem geläufigeren “witch”, allerdings wird “hag” meines Wissens nur negativ gebraucht.