Hinaus ins Grüne

Was wäre, wenn sich unter Sherwoods Blätterdach eine Märchenfigur herumtreibt?

Eine historisch angesiedelte Kurzgeschichte, die ich vor mittlerweile einigen Jahren geschrieben habe, befasst sich mit genau dieser Frage. Grundlage dafür ist das Märchen von Rapunzel, die von einer Hexe in einem Turm in der Wildnis eingesperrt wird. Aber was genau hat die Hexe eigentlich davon? Und warum bleibt Rapunzel dort?

Nehmen wir an, sie tut es nicht und verlässt den Turm - möglicherweise, um von den Reichen zu nehmen und den Armen zu geben? Ich bin nicht mehr ganz sicher, wie ich auf die Kombination von Rapunzel und Robin Hood gekommen, aber mir gefällt sie nach wie vor. Meine Hauptfigur kämpft zwar nicht mit Richard Löwenherz, wie Robin Hood es in anderen Medien oft tut, aber die Zeitperiode habe ich aufgegriffen. Daher ist das eine meiner wenigen Kurzgeschichten, die nicht in der heutigen Zeit spielen. Das entspricht zwar nicht ganz meiner Nische, aber ich mag die Geschichte.

Warum ich aber jetzt davon erzähle? Nun, dies ist die Kurzgeschichte, die ich dieses Jahr ins Lektorat einsenden möchte: mein Schreibziel Nr. 3. Und bis ich sie fremden Augen zumute, ist noch sehr viel zu tun. Bei den frühen Geschichten des Projekts “Ewea” habe ich mich noch sehr stark an den Elementen des ursprünglichen Märchens orientiert, leider nicht immer zum Vorteil. Viele Charakterisierungen und Momente passen schlicht nicht in die eigentliche Handlung, auch die eine oder andere Figur trägt wenig oder gar nichts zur Geschichte bei. 

Zuerst habe ich versucht, die “schlechten” Textstellen anzupassen, doch ich glaube, es ist einfacher, die Geschichte komplett neu zu schreiben. Manche Sätze und Szenen werde ich sicher übernehmen können, aber da sich ein guter Teil der Prämisse ändert, ist einmal tabula rasa hier der bessere Weg für mich.

Ich habe nun noch knapp fünf Monate Zeit, um diese Geschichte zu überarbeiten. Das scheint viel, aber neben meinem Vollzeitjob, dem laufenden Ewea Extreme, den kommenden Ausschreibungen und der Schreib-Challenge werde ich mich ranhalten müssen. Meine Absicht und Hoffnung liegen darin, Ende Jahr vom Versand ins Lektorat berichten zu können. Drück mir die Daumen, ja?