Kreativer Zwischenstopp

Eine kurze Übersicht darüber, wie mein Rotkäppchen-Experiment bisher gelaufen ist und wie es eventuell weitergeht.

Vor sieben Monaten habe ich mit diesem Experiment angefangen, was mir im Moment etwas unwirklich erscheint. Seither habe ich so viel recherchiert, geplottet, geschrieben und dann wieder umgeschrieben, dass es mir viel länger vorkommt.

Am Anfang lief das Ganze etwas holprig, bis sich endlich der kreative Knoten gelöst hat und ich dann den Rhythmus gefunden habe, der für mich bislang funktioniert. Du magst dich vielleicht erinnern, dass ich ein paar Startschwierigkeiten hatte. Die Idee des Experiments, sozusagen ein Ewea Extreme, gefiel mir sehr gut, aber als es dann an die Umsetzung ging und ich mir mehr oder weniger parallel sieben Geschichten überlegen musste, die ähnlich aber eigenständig sind, hat mich das schon ein paar graue Zellen gekostet. Zumal ich ja alle sieben Kontinente abdecken wollte, was bedeutete, meine kulturelle Komfortzone weit hinter mir zu lassen.

Passend zum Winter ging's zuerst in die Antarktis, was einiges an Recherche mit sich gebracht hat. Aber ich wollte den (vermeintlich) schwierigsten Kontinent gleich zu anfangs hinter mich bringen. Die isolierte und extreme Ausgangslage eignete sich gut für Horror, also gab's einen Horror.

Der Roadtrip entlang der Panamericana del Sud war da sowohl von der Temperatur als auch von der Tonart ein ziemliches Gegenteil, aber es hat Spass gemacht, diesen Kontrast bewusst zu bearbeiten.

Dann gab's einen Schwung zurück in die Wissenschaft, aber diesmal ohne räumlichen Weg, nach Oxford. Das war das erste Rotkäppchen, bei dem ich etwas mehr mit abstrakten Ideen gearbeitet habe, was auch mal ganz interessant war.

Als ich die vierte Version zu schreiben begann fiel mir endlich das Muster zwischen den eher technischen und den eher natürlichen Geschichten aus, scheinbar hat mein Kopf da unbewusst den Ausgleich gesucht. Auf jeden Fall ging's an eine der entlegendsten bewohnten Inseln der Welt, nämlich nach Pitcairn, für eine Konfrontation zwischen Mensch und Natur.

Nicht weniger haarsträubend, aber vielleicht mit etwas weniger Action verläuft bisher Version Nummer fünf im Kaziranga-Nationalpark, an der ich aktuell noch arbeite, aber langsam zum Ende komme.

Als nächstes folgt dann meine tatsächliche grösste Herausforderung, nämlich die Geschichte in Afrika. Ich tue mich im Moment noch furchtbar schwer damit, mehr dazu dann im Blog-Post darüber, aber ich hoffe sehr, dass ich diese Hürde noch überwinde.

Als leichten Ausklang geht es schliesslich in die einsamen Weiten Nordamerikas für eine Version, die vermutlich nicht allzu viel Tiefgang aufweisen wird, aber ein Thema anspricht, das mich ab und zu beschäftigt.

Aber wie weiter, wenn alle sieben Versionen geschrieben sind? Nun, dazu habe ich noch keine Entscheidung gefällt, aber auf jeden Fall werde ich sie soweit überarbeiten, dass die gröbsten Schnitzer raus sind, und sie dann meinen lieben Betaleser*innen schicken. Je nachdem, was dabei rauskommt, folgt eine weitere Runde mit grösseren oder kleineren Anpassungen.

Und dann?

Ich könnte die Geschichten via Selfpublishing veröffentlichen, entweder einzeln oder als Sammelband. Ich könnte sie auch bei einigen Verlagen einsenden und hoffen, dass jemand sie im Programm aufnimmt. Oder ich reiche sie bei verschiedenen Ausschreibungen ein, wenn das Thema gerade passt. Die letzte Option gefällt mir am wenigsten, denn ich möchte die Gruppe nur ungern auseinander reissen. Aber ich weiss im Moment wirklich noch nicht, welchen Weg für mich der beste ist. Zum Glück habe ich noch Zeit bis Ende Jahr, um mir eine gangbare Lösung zu überlegen.