Lesen stärkt die Seele...

...hat schon Voltaire gesagt. Recht hatte er damit auf jeden Fall.

Heute ist der Welttag des Buches und des Urheberrechts, der 1995 von der UNESCO ins Leben gerufen wurde. Warum gerade der 23. April dafür ausgewählt wurde, hat verschiedene Gründe: Zum einen ist heute der Namenstag des Heiligen Georg, an dem in Katalonien jeweils Rosen und Bücher verschenkt werden; zum anderen ist er aber auch der (vermutliche) Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes.

Ziel dieses Tages ist es natürlich, Menschen jeden Alters das Lesen näher zu bringen. Unzählige Abenteuer, Gefühle und sogar Welten leben in Büchern, in Comics, in Geschichten jeglichen Formats. Lesen erlaubt es uns, dem Alltag zu entfliehen, mit Charakteren zu lachen und zu weinen, Neues zu lernen, andere Perspektiven zu erleben und über eigene Grenzen hinauszuwachsen. Und ganz ehrlich, ist es nicht wunderbar, es sich mit einem guten Buch gemütlich zu machen und einfach ins Wörtermeer zu versinken? Es gibt unzählige lokale Angebote, unter anderem für Schulkinder, für regen Büchertausch, zum Spenden für einkommensschwache und anderweitig benachteiligte Menschen. Heute werden ziemlich viele Bücher verschenkt. Dass heute zur Feier des Tages diverse Buchhandlungen und Onlineshops ihrer Kundschaft einen Rabatt auf Bücher gewähren, ist natürlich auch förderlich.

Gerade in dieser Zeit, wenn immer mehr Informationen in Bildern und Videos vermittelt werden, sind das Lesen und das Leseverständnis wichtiger denn je. Viele Städte legen soziale und kulturelle Schwerpunkte auf die Leseförderung. Daher ernent die UNESCO zusammen mit einem beratenden Ausschuss von Buchhandelsvertreter*innen seit 2001 jedes Jahr auch eine "Bücherhauptstadt". 

Die Wahl fiel für 2026 auf Rabat in Marokko. Diese schöne Stadt ist das Zuhause von 54 Verlagen sowie des Salon International de l'Édition et du Livre (SIEL), die drittgrösste Buchmesse Afrikas, an der dieses Jahr fast 900 Verlage aus über 60 Ländern teilnehmen. Ausserdem führt Rabat soziale Kampagnen gegen Analphabetismus, gerade für Frauen und Kinder, und unterstützt die wachsende Zahl der Bücherläden in der Stadt. Das Lesen rückt wortwörtlich in die Öffentlichkeit, denn in kulturellen Räumen wie Parks und Cafés werden ruhige Bereich für Lesende geschaffen.

In diesem Sinne wünsche ich dir heute frohes Lesen!