Auf die kürzeste Nacht des Jahres (auf der Nordhalbkugel zumindest) folgt entsprechend der längste Tag – wir verweilen also nur wenige Stunden in Mittsommernachtsträumen. Doch das heisst nicht, dass sie deswegen weniger intensiv sind oder geringeren Wert haben. Im Gegenteil, umso stärker sind sie, denn sie erinnern uns, die Zeit zu nutzen, die wir haben, um unsere Ziele zu erreichen.
Ich bin heute ganz ohne Wecker so früh aufgewacht, dass ich den Sonnenaufgang über Stonehenge (digital) miterleben konnte. Es hat schon etwas Eindrückliches zu sehen, wie das Licht der Sonne über diese uralten Steine fliesst, die spezifisch auf diesen Tag ausgerichtet wurden. Wie viele Gedanken, Träume und Arbeit haben wohl die Erbauer*innen von Stonehenge in ihr Werk einfliessen lassen?
Das halbe Jahr ist bereits um, aber bevor die Dunkelheit wieder Überhand nimmt bleibt uns noch eine Zeit der Fülle und der schönen warmen Tage. Die Pflanzen, die im Frühling ausgesät oder gesetzt wurden, tragen nun Früchte, um später im Herbst geerntet zu werden.
Ähnlich ist es auch bei meiner Kreativität. Die Ideen und Pläne, die ich Anfang Jahr geschmiedet habe, sind in den vergangenen Monaten gewachsen, gereift und teilweise auch bereits gepflückt worden. Viele Ausschreibungstexte sind in Arbeit oder schon in Bewertung, wenn nicht sogar kurz vor der Veröffentlichung. Blogbeiträge mit Themen, die ich ansprechen wollte, sind online oder wenigstens angedacht.
Mit dem Fortschritt meiner drei Jahresziele bin ich soweit ganz zufrieden:
- Ich werde erneut mehrere Kurzgeschichten bei Ausschreibungen für Anthologien, Magazinen und Schreibwettbewerben einreichen und idealerweise auch veröffentlichen. Die Liste dafür zusammenzutragen hat viel Spass gemacht und ich bin sicher, dass da einige gute Kurzgeschichten auf uns zukommen
→ ich habe bisher bereits sechs Kurzgeschichten eingereicht, planmässig werden noch mindestens fünf weitere folgen - Nachdem das mit Rotkäppchen gar nicht mal so schlecht geklappt hat werde ich dieses Jahr vier Versionen von Die Schöne und das Biest schreiben. Dazu lasse ich meine Gedanken in die vier Himmelsrichtungen wandern. Ich habe mir bewusst weniger Geschichten vorgenommen, weil ich sie im Gegenzug gern länger schreiben möchte
→ die zweite Version von Die Schöne und das Biest nähert sich dem Ende, ich bin also zeitlich gut unterwegs - Ich werde eine bereits geschriebene Geschichte soweit überarbeiten und umschreiben, dass ich sie ohne grössere Scham ins Lektorat geben kann. Anhand des Feedbacks sehen wir dann weiter, ob ich sie weiter editiere oder eine Veröffentlichung anstrebe
→ dieses Ziel ist bislang mein Sorgenkind, da sich die Überarbeitung als umfangreicher als geplant erwiesen hat, aber noch bin ich frohen Mutes, dass die Geschichte spätestens Ende Jahr ins Lektorat geht
Und meine anderen persönlichen Schreibziele? Nun, manche habe ich bereits erreicht, andere stehen ganz gut im Wachstum. Eine Handvoll sind noch gänzlich offen, weil ich bislang nicht genug Zeit hatte, um sie richtig anzugehen. Aber die zweite Jahreshälfte wird vermutlich etwas ruhiger, gerade auch, was die Ausschreibungen angeht. Es kommt also noch vieles auf dich zu.
