Nächtliche Raubzüge

Meine 6. Rotkäppchen-Version beginne ich heute am International Day for People of African Descent und wage mich damit in mir eher unbekannte Gefilde vor.

Am Anfang dieses Experiments war ich überzeugt, dass die Antarktis der schwierigste Kontinent sein würde, um dort ein Märchen spielen zu lassen. Ich habe mich eindeutig getäuscht, denn die fehlende permanente Bevölkerung der Antarktis hat mir erlaubt, nicht gross Rücksicht auf verschiedene Kulturen zu nehmen.

Ganz anders nun eben Afrika, wo es unzählige Kulturen und Volksgruppen gibt, die sich teilweise ähneln und teilweise komplett verschieden sind. Ausserdem habe ich bisher nur wenige persönliche Bezugspunkte in Afrika, was in diesem Fall nicht weiterhilft. Also habe ich mich zunächst auf die Handlung konzentriert, um herauszufinden, welche Charaktere und Schauplätze ich dafür brauche.

Sagen wir so, es wird düster. Diese Geschichte lehnt sich lose an mein allererstes Rotkäppchen an, mit dem dieses Projekt vor über sechs Jahren angefangen hat. Für einmal ist Rotkäppchen quasi der böse Wolf und muss sich dem Jäger stellen, der es aufzuhalten versucht. Aber einiges hat sich geändert, sei es das Alter meiner Hauptfigur oder die übernatürlichen Elemente, denn natürlich beziehe ich mich für diese Geschichte auf die Mythologien Westafrikas, genauer gesagt Ghanas und Nigerias. Der Hauptschauplatz wird Lagos sein, denn ich benötige eine grosse und lebendige Stadt, in der es leicht ist, unerkannt zu bleiben.