Ich kann gar nicht mehr sagen, wie oft ich schon Bücher und Websites mit Babynamen durchstöbert habe, um den einen passenden Namen für eine Hauptfigur zu finden, aber ich habe bisher vermutlich einige Tage damit verbracht.
Das mit dem Namen ist so eine Sache, nicht wahr? Er soll in die Geschichte passen, aber auch in die Umgebung und die Zeit, in der sie spielt - ansonsten ist eine gute Erklärung innerhalb der Geschichte nötig, warum er das nicht tut. Das allein bedarf schon einer gewissen Flexibilität. Aber oft steht am Anfang die schwierige Entscheidung: Soll der Name eine bestimmte Bedeutung haben, die etwas über Aussehen oder Persönlichkeit einer Figur aussagt? Oder wirkt es zu sehr forciert, wenn ich meiner fürsorglichen und liebenswerten Heldin einen Namen mit ebendieser Bedeutung gebe?
Jede Autorin und jeder Autor handhabt das natürlich etwas anders und auch jede Leserin und jeder Leser sieht das unterschiedlich, es gibt keine richtige oder falsche Antwort.
Persönlich gebe ich meinen Figuren gerne Namen, die aus Sicht ihrer Eltern plausibel sind, entweder aus Beobachtungen oder als Wünsche für die Zukunft. Für ein aufgewecktes Kind, das häufig zappelt und strampelt, ergibt eine Namensbedeutung Sinn, die Bewegung suggeriert wie Wanderer, Reisender, Tänzer, Läufer oder ähnlich. Für ein Kind mit dunklen Haaren hingegen eignet sich ein Name, der blond oder hellhaarig bedeutet, aus meiner Sicht eher weniger. Eltern können ihr Kind nach Glück, Liebe, Freiheit und anderen positiven Werten benennen, wenn sie hoffen, dass das Leben ihres Kindes genau damit gefüllt wird.
Manchmal lasse ich mich aber auch vom ursprünglichen Märchen leiten. Die Rotkäppchen in meinem diesjährigen Experiment zum Beispiel werden wohl alle einen Namen tragen, der rot, rötlich, Kupfer, Feuer oder ähnliches bedeutet. Sehr offensichtlich? Natürlich, aber warum nicht?
