Scharfblick für die Jägerin

Mit Adleraugen wird meine Kurzgeschichte "Jäger in der Nacht" gründlich geprüft.

Etwas, das sich viele Kreative immer wieder sagen (sollten): Es muss nicht perfekt sein, es muss einfach sein.

Das ist grundsätzlich auch richtig, denn die Hemmschwelle vor dem Anfangen gilt es bei grossen wie bei kleinen Ideen zu überwinden. Und mit dem Wissen, dass fremde Menschen sich das fertige Werk dann ansehen / anhören, wächst der Druck exponentiell. Schliesslich will ja niemand etwas “Schlechtes” oder “Mangelhaftes” abliefern, oder? Was sagen sonst die Leute?

Zum Erschaffungsprozess gehört meiner Meinung nach auch (wo möglich) jeweils mindestens ein Überarbeitungsdurchlauf. Dabei hilft es sehr, wenn nicht der*die Kreative selbst alles genau unter die Lupe nimmt, sondern jemand anderes. Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass ich manchmal “blind” für meine eigenen Texte werde und erst meine geschätzen Betaleser*innen mich dann auf Logik- und Rechtschreibfehler hinweisen, die im Nachhinein offensichtlich sind. An solchen Erfahrungen, auch wenn sie im ersten Moment nicht so prickelnd sind, kann ich lernen und mich verbessern. Nach oben ist immer Luft für Optimierung, wenn man gewillt ist, an sich zu arbeiten.

Daher habe ich mich entschlossen, eine meiner letztjährigen Geschichten wieder aus der Schublade zu nehmen und sie fremden Menschen zu zeigen. Oder anders gesagt: ich überwinde mich und schicke meine Kurzgeschichte “Jäger in der Nacht”, basierend auf dem Märchen “Undine”, ins Lektorat. Die Geschichte gefällt mir grundsätzlich immer noch, aber ich bin nicht sicher, was das Ende angeht. Es ist auch denkbar, dass ich sie zu einer längeren Geschichte ausbaue, aber dann muss ich mir überlegen, wo ich ansetzen und erweitern möchte.

Und weil ich aus solchen Momenten gerne kleine Experimente mache, habe ich die Geschichte heute an gleich drei verschiedene Lektor*innen geschickt. Mit einer Dame hatte ich vor ein paar Jahren schon das Vergnügen für eine andere Kurzgeschichte (platt wie eine Flunder bin ich dabei rausgekommen, aber sie hatte vollkommen recht mit ihrem Gutachten), zwei andere Lektor*innen habe ich übers Internet gefunden. Es geht mir bei diesem Experiment nicht nur darum, Hilfe für meine Kurzgeschichte zu finden, sondern auch, mit verschiedenen Lektor*innen zusammenarbeiten. Als Autorin geht für mich daran kein Weg vorbei, wenn ich eine ernsthafte und / oder grössere Veröffentlichung anstrebe. Ich hege die Hoffnung, so Kontakte zu finden, die sich auf einer ähnlichen Wellenlänge finden und bei denen ich mich gut aufgehoben fühle. Es wird auch spannend sein zu sehen, ob ich drei ähnliche Rückmeldungen bekomme, drei zu unterschiedlichen Aspekten oder sogar drei sich widersprechende.

Nun denn, wünsch mir Glück (ich werde es brauchen) – mehr dazu, wenn ich alle drei Rückmeldungen bekommen habe.