Westwärts

Last but not least finden sich die letzte (für dieses Jahr) Schöne und ihr Biest inmitten Irlands mystischen Hügeln.

Die Wälder färben sich langsam golden und die Tage werden kürzer, was für mich der perfekte Anlass ist, um eine Geschichte in etwas düsteren Gefilden zu schreiben. Auf der anderen Seite der Keltischen See ist das Gras zwar nicht grüner, obschon Irland den Beinamen “Die Grüne Insel” trägt, aber allerlei Mythen und Legenden sind dort zu Hause. Die vielseitigen Feenwesen der keltischen Inseln, insbesondere Irlands, sind lange nicht so einfach und harmlos, wie es die typischen guten Feen in Märchen oder Tinkerbell vermuten lassen, und haben mich entsprechend inspiriert. Fae, wie sie im Englischen genannt werden, spielen gerne mit Menschen – allerdings geben sie auf ihr Spielzeug nur selten gut acht. Tatsächlich war diese Version die erste, für die ich mich entschieden habe und deren Geschichte mir als erstes einfiel. Für die anderen Versionen brauchte ich etwas mehr Spielraum, weshalb diese nun das Schlusslicht macht.

Anders als alle anderen Länder bisher ist Irland nicht gerade dünn besiedelt und ausserdem touristisch gut erschlossen. Viele dauerhaft menschenleere Flecken gibt es nicht, auch wenn es aktuell acht Nationalparks und weitere Schutzgebiete im Land gibt. 65 % der Bevölkerung lebt in Städten und etwa elf Millionen Touristen kommen jedes Jahr, um die lebhafte irische Kultur in Pubs und Clubs sowie an Festivals und historischen Stätten zu geniessen. Abseits der Ballungszentren leben viele Leute immer noch von Landwirtschaft, Fischerei und Handwerk. Aktuell haben auch zahlreiche US-amerikanische Unternehmen ihren Sitz innerhalb der EU in Irland.

Gut, aber wo genau findet sich denn nun Platz für die Handlung meiner Geschichte? Besonders reizt mich der eher raue Westen des Landes, wo sich auch die meisten Gaeltachts finden, die hauptsächlich Irisch (Gälisch) sprechenden Regionen. Ich habe Karten studiert, mein abstraktes Denken etwas angestrengt und schliesslich eine Idee gefunden, mit der ich arbeiten kann. Ein bisschen darf man sich ja über die Grenzen unserer Realität hinaus bewegen, nicht wahr? Das “Schloss” ist diesmal beweglich und nur im weitesten Sinne ein Aufenthaltsort, dennoch ist der “Prinz” stark daran gebunden und alle anderen Wesen machen tunlichst einen Bogen darum. Bis auf die “Schöne” natürlich, die in dieser Geschichte mit verschiedenen Herausforderungen zu kämpfen hat.