Work in Progress

Ich stecke mitten in der Recherche für die erste Rotkäppchen-Version und komme mir vor, als würde ich durch hüfthohen Schnee stapfen. Aber ich entdecke immer wieder Stellen, wo der Schnee taut und die Ideen zu spriessen beginnen, es geht voran!

Aller Anfang ist schwer, das ist mir nicht neu. Aber am Anfang jeder Geschichte muss ich entscheiden, in welche Richtung es gehen soll. Dabei achte ich darauf, dass der Weg, der sich anbietet, möglichst noch nicht allzu ausgetreten ist.

Horror in der Antarktis ist mittlerweile relativ gängig, sei es zum Beispiel der Film "Das Ding aus einer anderen Welt", die Serie "The Head", das Buch "Operation Antarktika" oder das Game "Antarctica 88". Sie alle spielen mit der Idee eines Monsters, das eine Forschungsstation zu seinem Jagdgebiet und die Bewohner zu seiner Beute macht – ob das Monster nun ein Serienmörder oder ein Alien ist spielt nur bedingt eine Rolle. Das Spiel mit der Ungewissheit, der Isolation und je nach Jahreszeit auch mit der dunklen Polarnacht verläuft weitgehend in ähnlichen Bahnen, allzu viele Varianten gibt es nicht. Die trügerische Sicherheit der Stationsgebäude erlaubt zusätzliche Spannungsmomente, da weder Figuren noch Leser*innen je wirklich wissen können, wo das Monster als nächstes auftaucht.

Angesichts dieser Erkenntnis stellen sich mir zwei Fragen:

  • Bleibe ich bei Horror oder ändere ich das Genre? Es ist noch nichts fix, ich kann immer noch eine wilde Schatzjagd oder eine zarte Sommerromanze aus der Geschichte machen. Aber ich werde keine bessere Autorin, wenn ich immer nur den leichten Weg gehe und mich Herausforderungen nicht stelle. Zumal einer meiner besten Freunde (you know who you are) mich immer wieder darauf anspricht, mehr Horror zu schreiben
  • Wenn ich bei Horror bleibe, wie kann ich meine Geschichte soweit von der Masse abheben, dass Leser*innen eine neue Erfahrung machen? Normalerweise spielt der Antarktis-Horror auf einer Forschungsstation – was, wenn meine Figuren unterwegs sind, schutzlos und mit eingeschränkten Ressourcen? Oder wenn der Horror auf der Heimreise im Flugzeug beginnt? Oder wenn der Schauplatz ein Kreuzfahrtschiff ist? Ich denke, mit dem Ort des Geschehens zu spielen ist in diesem Fall meine beste Option